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Sonntag, 12.07.2020

Gottesdienst Sonntag | Laurentius | Laurentius

Sonntag, 12.07.2020

Gottesdienst Sonntag | Matthäus | Matthäus

#Lebenszeichen

Liebe Familien!

Das katholische Bistum Magdeburg hat die Idee ins Leben gerufen, durch das Pflanzen kleiner Weidenbäume Lebenszeichen zu setzen. So ist die Aktion "#Lebenszeichen #inkontaktbleiben"  entstanden, die wir unterstützen. http://www.familie-lokal.de/themen_lebenkunst.html. Auch bei uns fand die Aktion Anklang. Die Bäume können zum Hoffnungszeichen dafür werden, dass Gott unser Leben hält.
Setzen Sie #Lebenszeichen! Laden Sie zum Mitmachen ein!


Herzlichkeit und Gebet - Einige Gedanken

Liebe Freunde unserer Gemeinden!

In diesen Wochen können wir richtig Gutes tun: Menschen schützen. Wir können Teil einer „Welle der Aufmerksamkeit“ sein, einer Welle der „Herzlichkeit und des Gebets“!

So vieles, das für uns ganz normal und womöglich ans Herz gewachsen ist, geht nicht mehr. Fragen tauchen auf: Was ist jetzt wichtig? Was ist überhaupt wichtig? Wo finden wir die Quellen, aus denen wir für unser inneres Leben schöpfen können? Nie kannten wir ein so enormes, unausweichliches „Fasten“!

Was bedeutet das für uns? Nehmen wir uns – so gut es geht – Zeit für das eigene Gebet, selbst wenn es kurz ist. Die Stille vor Gott beginnt uns zu tragen. Wagen wir es, ihm alles anzuvertrauen, die Mitmenschen, uns selbst, alles. Kann man das denn so einfach? Ja, es gilt nur, es zu versuchen.

Die Gottesdienste in Magdeburger Kirchen sind ausgesetzt. Viele werden den Gottesdienst am Fernseher mitfeiern. Die Gottesdienste der Magdeburger Domgemeinde werden ohne Gemeinde in Bild und Ton sonntags ab 10 Uhr zu sehen und zu hören sein (Live-Stream und Mediathek www.ok-magdeburg.de).

Christen in Magdeburg werden sich beim Glockengeläut zum Gebet über die ganze Stadt hin verbinden. Die Kirchen im Kirchspiel sind zur Gottesdienstzeit (mit strengen Auflagen) geöffnet. Wer sich nach einer Zeit der Stille dort sehnt, ist willkommen! Wer zu Hause bleiben kann, tue es bitte.

Wer nun unerwartet Zeit hat, kann irgendwie helfen. Längst haben viele damit begonnen! In unseren Gemeindebüros wollen wir Netzwerke der Hilfe von Mensch zu Mensch knüpfen helfen – kontaktieren Sie uns!

Denken wir auch daran, einfach mal jemand anzurufen und Zeit zu schenken – vielleicht gerade zu einem Zeitpunkt, wenn man sich sonst normalerweise getroffen hätte? Warum sollten wir nicht gerade jetzt Freude wecken und das Verständnis füreinander fördern?

Wir brauchen Stützen für den sozialen Zusammenhalt und für unser seelisches Immunsystem. Wir lernen neu die Schätze des geistlichen Lebens wertzuschätzen. Herzlichkeit und Gebet! „Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht Gott stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.“

Als Jesus einst in einer öden Gegend ca. 5000 Menschen vor sich hatte und seine Jünger nicht wussten, wie man eine so riesige Menge satt bekommen sollte, sagte er ihnen schlicht: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Sie taten dann nur das Selbstverständliche: das bisschen Brot, das sie hatten, zu teilen. Den Rest besorgte der Herr – wir wissen nicht wie. Aber es geschah!

Können wir nicht daran anknüpfen, jede und jeder mit den jeweils zur Verfügung stehenden Möglichkeiten? Darauf wird Gott seinen Segen legen.

Leben wir jetzt intensiver?

Vor einigen Tagen fragten wir uns: Was bedeuten diese großen Einschränkungen, dieses über uns gekommene, außergewöhnliche Fasten durch die Corona-Pandemie für uns? Und wenn wir uns jetzt in unsere vier Wände zurückziehen müssen, wie gelingt es, dabei nicht sozial zu verarmen?

Die erste Frage bezieht sich auf unser Gebet: Worauf will Gott unsere Aufmerksamkeit lenken? Wo liegt es ihm am Herzen, unsere Haltung oder unser Handeln zu verändern? Welche Entscheidungen können in diesen Wochen, die so anders sind, in uns heranreifen?

Zur zweiten Frage schrieb jemand: „Verzichte müssen nicht unbedingt Verluste bedeuten“. Denn selbst ein so großer, unfreiwilliger Verzicht kann uns wahrnehmungsfähiger machen. Im Moment erwacht in vielen das Bedürfnis, jemandem beizustehen, Frère Roger hätte es einen „Frühling des Herzens“ genannt. Lässt diese Zeit uns sozial ärmer werden? Es gibt Augenblicke, in denen wir jetzt sogar intensiver leben!

Wie unterschiedlich trifft diese Krise die Menschen! Manche haben plötzlich viel Zeit. Anderen bricht ihre wirtschaftliche Existenz weg. Das Gleichgewicht von Familie und Beruf muss neu gefunden werden. Wie können wir einander besser verstehen?

Wir haben Angst um die Ältesten in unseren Familien. Manche von ihnen sind seltsamerweise gelassener als wir. Haben sie schon tiefer verinnerlicht, dass kein Mensch seiner Sterblichkeit davonlaufen kann? Was können wir gewinnen, wenn wir diese Ahnung an uns heranlassen?

Unsere Gesellschaft tut mitunter so, als hielte sie einen Vertrag mit der Ewigkeit unseres jetzigen Daseins in der Hand. Was, wenn hinter der Gefährdung dieser „Welt des schönen Scheins“ eine andere, tiefere Schönheit aufleuchtete?

Jesus hat es mit fast herben Worten zum Ausdruck gebracht: „Wer sein Leben festhält, wird es verlieren. Wer es aber hingibt, wird es gewinnen“. Sich selbst verglich er mit einem Weizenkorn, das in die Erde gesät wird, und fügte hinzu: „Wenn es stirbt, dann bringt es reiche Frucht!“ Eine so vollkommen freie Liebe kann unser tiefstes Staunen wecken.

Gebet und Herzlichkeit können in diesen verrückten Zeiten ein Kompass sein und uns unseren Lebensstil überdenken lassen. Statt der ausgefallenen Flugreise zu Ostern macht man vielleicht einen Spaziergang durch die Gärten und lässt sich von der Sonne wärmen. Airlines stellen den Verkehr ein. Die Natur atmet auf! Geht das eigentlich auch ohne Pandemie? Gibt es vielleicht etwas, das bei uns veränderungswürdig ist?

Wie einen neuen Lebensstil finden?

Die Corona-Krise hat ungewollt unseren Lebensstil verändert. Das zehrt mitunter an den Nerven. Wann wird es endlich wieder so sein wie vorher? Die Antwort lautet: wohl nie. Wir werden verändert aus der Krise hervorgehen. Erschrecken wir davor? Oder begreifen wir sie als Chance, auf einer tieferen Ebene unseres Daseins aus ihr zu lernen? Vielleicht braucht das ja noch Zeit …

In der biblischen Tradition sind Krisen bzw. Katastrophen immer ein Anlass zum Umdenken gewesen. Das spüren wir heute auch. Was haben wir falsch gemacht? Worauf will Gott unseren Blick richten? Müssen wir nicht grundlegend unseren Lebensstil ändern? Die Bibel nennt es „Umkehr“ bzw. „Buße“. Dass „Besserung“ möglich ist, eine zweite Chance, ist die Hoffnung der Bibel.

Wir sind dünnhäutiger geworden und spüren mit Unruhe in der Tiefe: unser Leben haben wir nicht in der Hand. Liegt darin aber nicht auch ein Segen? Als Macher in der Welt sind wir enorm weit vorangekommen. Aber das kann nicht alles sein angesichts der Wüsten, die wir mit unserer Art zu leben hinterlassen. Ist das Leben nicht eine einzigartige Gabe für eine – hoffentlich gesegnete – Zeitlang?

Nun gehen wir auf den Karfreitag zu, ohne Familienfeiern zu Ostern, ohne Reisen. Alles wird bescheidener und stiller sein. Ist das schlimm? Ein junger Arzt in einer italienischen Corona-Station, Atheist,  schrieb vor kurzem: „Ich möchte meinen letzten Atemzug erst machen, nachdem ich anderen geholfen habe. Ich bin froh, zu Gott zurückgekehrt zu sein, während ich vom Leiden und Tod meiner Mitmenschen umgeben bin.“ Ohne es im Voraus zu wissen, war er dem Weg Jesu gefolgt.

Wieder werden zur Gottesdienstzeit unsere Kirchen zum stillen Gebet geöffnet sein. Wenn am Karfreitag die Glocken läuten, können wir für uns die Worte Jesu am Kreuz hören und meditieren: „Vater, in deine Hände lege ich mein Leben.“ In der Osternacht ist ab 22 Uhr die Pauluskirche offen. Denn es war in der Tiefe der Nacht, dass Jesus aus dem Grab als Sieger hervorging. Kerzen werden entzündet sein, um mit Christus die Kraft des österlichen Lebens zu erwarten. Das Geläut wird es in die Stille der Nacht hinein verkünden.

Als Jesus nach Jerusalem kam, nahmen die Menschen Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: "Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!". Gehören wir zu den Menschen, die ihn so erwarten?

Werden wir aus dieser österlichen Zeit verändert hervorgehen?
Könnten Herzlichkeit und Gebet unseren Lebensstil verändern …

Und er ist doch auferstanden!

Neulich, noch ganz am Beginn der Krise in unserem Land spürten wir einen „Frühling der Mitmenschlichkeit“. Jetzt, da die ersten Verbote zurückgenommen werden, rebelliert in uns der brennende Wunsch, sich wieder zu treffen, die Kinder mit ihren Freunden spielen zu sehen, einen gesellschaftlichen Frühling durch die Stadt wehen zu lassen. Brechen die Knospen auf, hat es die Geduld schwer, die wir ja doch noch brauchen für uns, unsere Kinder, den eigenen Betrieb, für die schlichte Normalität.

Aber was sind das für Wochen? Ein Freund, der sich kaum vorstellen konnte, die Karwoche und die Ostertage ganz still durchleben zu müssen, erzählt, wie intensiv er durch die Dunkelheit des Karfreitags ging und mit dem Osterfest auflebte. Uns kamen die Worte in den Sinn: „Wach auf, der du schläfst, steh auf von den Toten, und Christus wird dir leuchten.“ Zum ersten Mal in seinem Leben hatte ihn das Gefühl ergriffen, letztlich nicht allein zu sein, Christus war in sein Leben getreten, der Gute Hirte! Wenn die Dunkelheit wiederkommt, weiß man das. Ein anderer Freund hat Ostereier mit den Worten bemalt: „Ich bin da! Du sollst leben!“

Wir erzählen plötzlich ungenierter vom Glauben, singen im Freien vom Leben, pflanzen Weidenbäume, pflegen das Bibelgespräch via Skype, entdecken, dass es nicht nur in der Ferne schön ist … und ja: leben trotz neuer Anstrengungen des Alltags mitunter irgendwie intensiver. Und unsere Kirchen sind offen, so oft wie nie! Sagen wir es deutlich: Gehen wir doch hinein! Es sind Kraftorte. Was ist dort ansteckend? Es ist die Stille, das Geheimnis, das Gott ist, in uns und um uns herum, selbst wenn er weit entfernt scheint.

Was sind das für Wochen? Tiefer ins Gebet zu gehen, bewusster das Leben als Geschenk wahrzunehmen, achtsamer zu sein, Pflegekräften zu danken, für mehr Gerechtigkeit zu brennen und für ein Aufatmen der Natur, einfacher zu leben, weil es schöner und leichter ist, die Mobilitätssucht in die Weite mit einem entschleunigten Wochenende und einem tieferen Lauschen zu tauschen, davon zu träumen, dass eine Gemeinde, die miteinander schweigt, weil es anders nicht geht, womöglich wieder erreichbarer und hörfähiger wird – ein „Frühling des Herzens?“

Was bleibt, ist weiterzugehen, Eltern mit ihren Kindern zur Seite zu stehen, Einsamkeit aufzuhellen und endlich wieder denen beistehen zu können, die im Heim das letzte Stück ihres Lebensweges verbringen! Denn am Ende soll nicht ein Virus siegen, selbst wenn es den Namen „Corona“ (Krone), trägt, sondern die Mitmenschlichkeit! Sie uns ins Herz zu legen, ist Christus extra von den Toten auferstanden.

Zwischen-Räume

Es ist in der Kirche noch ein seltsames Gefühl, so auf Abstand zu sitzen, als dürften wir einander nicht trauen. Atemschutz und die notwendigen Teilnehmerlisten tun ein Übriges. Manche möchten darüber lieber zu Hause bleiben. In Magdeburg haben wir gegenwärtig - Gott sei Dank! - niemand, der an Corona erkrankt ist. Aber in die Lücken zwischeneinander kriecht die Unruhe: Was wäre, wenn ...?

Wenn ein Brautpaar vor dem Traualtar steht, lade ich sie gern ein, sich einander gegenüber zu stellen, einander ganz in Ruhe wahrzunehmen. Man braucht Abstand, um einander zu sehen. Da stehen sie ziemlich genau anderthalb bis zwei Meter voneinander entfernt. Was ist in einem solchen Augen-Blick nicht alles zwischen ihnen! Da ist das Band der Liebe und zugleich ein unbetretbares Geheimnis.

Es ist letztlich das Geheimnis Gottes. Wir können Gottes Geist bitten, in den Abstand hineinzukommen, der nun einmal durch die Erfordernisse des Infektionsschutzes da ist. Die anderthalb bis zwei Meter machen die jeweilige Aura aus, die uns umgibt, unseren Atem-Raum, sie lassen uns unsere Verletzbarkeit und Schutzbedürftigkeit gewahr werden. Sie wecken Neugierde, Zuneigung und zugleich Respekt. Lassen wir Gott zwischen uns Platz, kann er uns inspirieren und im Spiel unserer jeweiligen Verschiedenheit etwas entstehen lassen, das uns tiefer verbindet!

GOTT lässt uns Raum, auch zwischen sich und uns: für unsere Entfaltungsmöglichkeiten, für Sehnsucht und für Träume. Niemals drängt er sich auf. Was uns wie ein unüberbrückbarer Abstand vorkommen mag, ist seine stille, flüsternde Gegenwart. In ihr entfalten sich unser Selbst-Bewusstsein und unser soziales Gewissen.

Im Evangelium wird von einem Hauptmann erzählt, dessen Laufbursche todkrank war, der ihm aber am Herzen lag (Lukas 7,1-10). Diesen römischen Offizier zeichnete aus, dass er der einheimischen jüdischen Bevölkerung und ihrem Glauben innerlich verbunden war. Er hatte sich für den Bau der örtlichen Synagoge eingesetzt, den Ort des gemeinsamen Gebets. Und er wahrte das jüdische „Abstandsgebot“, damit sich nicht jemand durch einen allzu familiären Kontakt mit ihm, dem Heiden und Soldaten, verunreinigte (… infizierte).

Ohne es zu verletzen, trat er in Kontakt mit Jesus. „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du unter mein Dach trittst …“ Nach der Erzählung des Lukas sind die beiden sich nicht persönlich begegnet! Und dennoch geschah das Ersehnt-Unerwartete! In einer überraschenden Analogie griff der Hauptmann auf seine militärischen Erfahrungen zurück: „… aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!“ Und eine Erwartung erfüllte den Zwischen-Raum zwischen ihm und Jesus.

Mitten in den Abstand, den wir spüren, tritt diese Bitte, dieses Gebet wie mit aufgehaltener, leerer Hand: „Aber sprich nur ein Wort ...“ Womit wird GOTT diesen Zwischen-Raum füllen? An dieser Stelle hält im Evangelium die Erzählung inne, man wartet auf ein solches Wort. Aber es bleibt still, als wolle die Erzählung absichtsvoll uns die Ohren öffnen für das, was zwischen Gott und uns geschehen kann.

„Der auferstandene Christus wohnt in deiner Seele. ‚Sein Reich ist in uns.‘ Lässt sich in dir eine Art innere Stimme vernehmen, ist diese Stimme Gebet. Mag auch dein Mund verschlossen bleiben, dein Herz lauscht still, weit geöffnet in Gottes Gegenwart ... Im einsamen Gebet hängt nicht viel davon ab, wie du redest …
Christus wendet sich auch durch Ereignisse an dich. Er schenkt eine Eingebung; sie steigt in dir auf und beschäftigt dich. Merkst du dir auch nur ein einziges Wort: Dieses eine Wort kann dir einen Weg auftun.“ (Frère Roger)

Die Erzählung endet damit, dass jener Hauptmann seinen Laufburschen gesund wiederbekam. Was trauen wir dem Wort zu, um das wir Gott bitten?
„Sprich nur ein Wort ...!“

Frei atmen

Wie habe ich mich gegen diesen Atemschutz gewehrt, den wir nun alle tragen, auch in der Kirche! Warum?
In diesen Wochen nehmen wir manches wie unter einer Lupe deutlicher wahr.

Müssen wir den Atem des Mitmenschen fürchten, diese „Aerosole“, wie man sie jetzt nennt? Nach Wochen der „Eindämmung“ drängt es viele Menschen, wieder frei atmen zu können. Wenn’s um den Atem geht – dann sind die ganz basalen Nöte unseres Lebens betroffen. Atemnot macht panisch. Könnten wir uns wieder frei fühlen!

Die Bibel spricht sehr einfach davon, dass der Atem etwas mit dem Leben Gottes in uns zu tun hat, ganz ohne unser Bewusstsein, so wie das Atmen während der Meditation tiefer in die Gegenwart Gottes führen kann.

Es war zwischen seiner Auferstehung und dem Pfingstfest, als Jesus zu den Jüngern kam. „Die Türen waren verschlossen aus Furcht …; da trat er mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit Euch! … Und sprach abermals zu ihnen: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch! Als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! …“ (Evangelium nach Johannes, 20,19-22)

Den Heiligen Geist, die flüsternde Gegenwart Gottes in uns mit dem Atem empfangen - schon gemäß der bildhaften Erzählung von der Erschaffung der Menschen am Beginn der Bibel „blies Gott dem Menschen den Atem des Lebens ein“ (1. Mose / Genesis 2,7). Und der Apostel Paulus ergänzte, frei übersetzt: Der Mensch, zuerst als „lebendiger Leib“ erschaffen, ist letztlich dazu bestimmt, selbst zum „lebensspendenden Geist“ zu werden (1. Brief an die Korinther, 15,45).

Wie wäre es, gemäß alter Meditationserfahrung mit unserem Ein- und Ausatmen die Bitte zu verbinden: „Komm, Geist des lebendigen Gottes“? So kann man eine Weile verbringen, zu Hause, in der freien Natur … Der heilige Geist ist befreiender Atem und setzt schöpferische Kräfte frei. In einem eindrücklichen Bild sagt Jesus: Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Evangelium nach Johannes, 7,38)

Freiheit gibt es nicht auf eigene Faust, wie es sich jetzt mancher vorstellt. Zu ihr gehört immer die Sehnsucht des Mitmenschen, seine Verletztlichkeit, seine Entfaltungsmöglichkeiten, die Sehnsucht und Verletztlichkeit der Natur mit ihren Potentialen. Dass Jesus uns in seinem Lebensatem, im Urstrom der Menschliebe Gottes atmen lässt, kann der Erde ein neues Gesicht geben.

Komm, Geist des lebendigen Gottes!

Pfarrer Dr. Reinhard Simon


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