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Sonntag, 07.06.2020

Gottesdienst Sonntag | Pauluskirche | Allgemein

Sonntag, 14.06.2020

Gottesdienst Sonntag | Laurentius | Laurentius

Vom Geist der Freiheit


Psalmgebet

Danket dem HERRN, denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich!  

   Dies ist der Tag, den der HERR macht;
   lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
   O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.

   Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet.
   Schmückt das Fest mit Maien
   bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.

     Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
     und seine Güte währet ewiglich.

(Aus Psalm 118)

 

Das erste Pfingstfest

Als der Pfingsttag gekommen war, waren die Apostel alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: „Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? … Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden!“ Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: „Was will das werden?“  Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: „Sie sind voll süßen Weins.“

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: „Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Vormittag; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch ... Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.« „

Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Ungerechten ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Den hat Gott auferweckt und hat ihn befreit aus den Wehen des Todes, denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde … Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr seht und hört.“

(Aus der Apostelgeschichte, Kap. 2)

Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

O komm, Geist des Lebens, komm zu uns, wohn in uns!
O komm, Geist des Lebens, komm, erfreu unser Herz!


Frei atmen - Geist der Freiheit

Wie habe ich mich gegen diesen Atemschutz gewehrt, den wir nun alle tragen, auch in der Kirche! Warum?
In diesen Wochen nehmen wir manches wie unter einer Lupe deutlicher wahr.

Müssen wir den Atem des Mitmenschen fürchten, diese „Aerosole“, wie man sie jetzt nennt? Nach Wochen der „Eindämmung“ drängt es viele Menschen, wieder frei atmen zu können. Wenn’s um den Atem geht – dann sind die ganz basalen Nöte unseres Lebens betroffen. Atemnot macht panisch. Könnten wir uns wieder frei fühlen!

Die Bibel spricht sehr einfach davon, dass der Atem etwas mit dem Leben Gottes in uns zu tun hat, ganz ohne unser Bewusstsein, so wie das Atmen während der Meditation tiefer in die Gegenwart Gottes führen kann.

Es war zwischen seiner Auferstehung und dem Pfingstfest, als Jesus zu den Jüngern kam. „Die Türen waren verschlossen aus Furcht …; da trat er mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit Euch! … Und sprach abermals zu ihnen: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch! Als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! …“ (Evangelium nach Johannes, 20,19-22)

Den Heiligen Geist, die flüsternde Gegenwart Gottes in uns mit dem Atem empfangen - schon gemäß der bildhaften Erzählung von der Erschaffung der Menschen am Beginn der Bibel „blies Gott dem Menschen den Atem des Lebens ein“ (1. Mose / Genesis 2,7). Und der Apostel Paulus ergänzte, frei übersetzt: Der Mensch, zuerst als „lebendiger Leib“ erschaffen, ist letztlich dazu bestimmt, selbst zum „lebensspendenden Geist“ zu werden (1. Brief an die Korinther, 15,45).

Wie wäre es, gemäß alter Meditationserfahrung mit unserem Ein- und Ausatmen die Bitte zu verbinden: „Komm, Geist des lebendigen Gottes“? So kann man eine Weile verbringen, zu Hause, in der freien Natur … Der heilige Geist ist befreiender Atem und setzt schöpferische Kräfte frei. In einem eindrücklichen Bild sagt Jesus: Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Evangelium nach Johannes, 7,38)

Freiheit gibt es nicht auf eigene Faust, wie es sich jetzt mancher vorstellt. Zu ihr gehört immer die Sehnsucht des Mitmenschen, seine Verletztlichkeit, seine Entfaltungsmöglichkeiten, die Sehnsucht und Verletztlichkeit der Natur mit ihren Potentialen. Dass Jesus uns in seinem Lebensatem, im Urstrom der Menschliebe Gottes atmen lässt, kann der Erde ein neues Gesicht geben.

Komm, Geist des lebendigen Gottes!

Für Kinder

LEBEN UND HOFFNUNG

Liebe Kinder, liebe Eltern, mit dieser Sprechmotette für drei Sprecher und Mandoline sende ich Ihnen / Euch allen einen frühlingshaften Gruß.
Eure Anna Wittenberg

KINDERGOTTESDIENST

Das Kindergottesdienstteam der Michaelis Friedenskirche Leipzig bietet mit Unterstützung der Godly Play-Community eine Video-Geschichtenreihe durch die Passionszeit bis Ostern an: 
•    22.03. Das Geheimnis von Ostern: https://youtu.be/-fnVXjSP7-k
•    29.03. Jesus öffnet die Augen (Bartimäus): https://www.youtube.com/watch?v=1MyuHi_6bSU
•    05.04. Jesus leidet und stirbt: https://www.youtube.com/watch?v=eIYGKX_l1vk
•    10.04. Jesus betet in Gethsemane https://www.youtube.com/watch?v=LNSWHVjwV0U
•    12.04. Warum wir Ostern feiern: Das leere Grab https://www.youtube.com/watch?v=cBQls4GPyEM
•    19.04. Das Geheimnis von Ostern I https://www.youtube.com/watch?v=xNowccJxNHc
•    26.04. Das Gleichnis vom Guten Hirten https://www.youtube.com/watch?v=TjRFPIFVECU
weitere Erzählungen:
•    Schöpfung. Die großen Geschenke https://www.youtube.com/watch?v=id7QZ2DlN-U&t=17s
•    Das große Versprechen. Flut & Arche https://www.youtube.com/watch?v=_PucYQIomsw&t=4s

Immer am Sonnabend wird die jeweils neue Geschichte eingestellt.


Pfingstandacht für Familien

Liebe Kinder, liebe Familien, in wenigen Tagen feiern wir Pfingsten. Unsere Gemeinden im Kirchspiel laden zu den Gottesdiensten ein, die seit einiger Zeit wieder in Gemeinschaft stattfinden dürfen. Manche Familie wartet in diesen Wochen noch mit dem Besuch eines Gottesdienstes in einer Kirche. Darum senden wir euch Bausteine einer Pfingstandacht für Zuhause. Es gibt eine spannende Geschichte (wieder mit dem „Kleinen Spatz“), ein Gebet und ein Pfingstlied.

Wir wünschen allen Familien viel Freude damit und gesegnete Feiertage!
Herzlich grüßen Anna Wittenberg und Björn Friebel

Bausteine für eine Pfingstandacht (von Anna Wittenberg und Björn Friebel)

Erzählung

Da bin ich wieder, ihr interessierten Leser. Euer kleiner Spatz. Bestimmt erinnert ihr euch, dass ich der Weisung des Engels am Offenen Grab gefolgt bin. Der hatte ja gesagt, dass die Frauen und Jünger nach Galiläa gehen sollten, da wollte Jesus sie treffen. Also habe ich mir eine Reiseroute, genauer gesagt „Flugroute“ ausgesucht, und bin von Wäldchen zu Wäldchen nach Galiläa geflogen. Wie gut, dass Häuser Fenster haben. So konnte ich immer genau beobachten was passiert. Und es ist ja so viel passiert! Die Geschichte mit dem Essen, und die Geschichte mit dem ungläubigen Thomas, und …und … ach, das kann ich heute gar nicht alles erzählen. Ein bisschen traurig war ich dann, als mein bester Freund Jesus dann doch nicht mehr auf der Erde war. Aber nur ein bisschen. Das war nämlich so, also: Ich hockte auf einem Felsen, wieder einmal!  Jesus stand inmitten der Jünger und redete von Abschied. Dann legte er jedem von ihnen seine Hände auf den Kopf und versprach ihnen einen Tröster, den nannte er Gottes Heiligen Geist. Und dann kam plötzlich ein ganz komischer Wind auf und so'n weißer Nebel, der hüllte Jesus richtig ein. Und dann bewegte sich der dichte Nebel zusammen mit Jesus und fuhr auf in den Himmel. Ich streckte meine Flügel sofort in den Wind und flatterte wie verrückt. Immer höher und höher schwebte die Wolke und ich versuchte sie einzuholen. Aber sie wurde immer schneller, und das wars dann für mich. Die Luft wurde hier schon langsam dünn und so musste ich wieder Richtung Erde fliegen. Ganz schön aus der Puste war ich. Und total gespannt auf diesen Tröster, keine Ahnung wie „Gottes Heiliger Geist“ so aussieht. Aber ich hatte nicht alles gehört, was Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern gesagt hatte, also musste ich denen ganz nahe bleiben. Einer meiner Lieblingsjünger ist ja der Petrus. Den finde ich ganz toll. Der ist groß und stark und kann jede Geschichte, die er mit Jesus erlebt hat, ganz genau und ganz spannend erzählen. Also flog ich dem immer hinterher. Und was soll ich euch sagen, wir wanderten wieder nach Jerusalem. In dem Haus, wo sich die Jünger in Jerusalem immer getroffen hatten, waren sie auch jetzt versammelt. Zehn Tage waren jetzt vergangen, seit Jesus in den Himmel aufgefahren war. Mir wurde schon langsam langweilig. Aber das Warten hat sich gelohnt. Jetzt erzähle ich, was dann passiert ist. Ungeheuerlich war das nämlich: Es war noch recht früh am Tage. Großer Markttag war in Jerusalem. Viele Händler aus vielen verschiedenen Gebieten priesen auf dem Markt ihre Ware an. Da wurde es plötzlich ganz dunkel am Himmel und ein gewaltiges Brausen erfüllte die Luft. Ich schaute zu den Jüngern, was die wohl machten, ob die sich jetzt fürchteten und weglaufen wollten oder was. Und da dachte ich, ich sehe wohl nicht richtig. Über den Köpfen der Jünger schwebten Lichter, sahen bisschen aus wie Feuerzungen. Jeder einzelne von ihnen hatte so ein Licht über seinem Kopf schweben. Das sah schon irgendwie lustig aus. Aber die Jünger lachten nicht. Die schauten sich alle an. Da griff sich Petrus ans Herz und brüllte ganz laut: „Brüder, Schwestern, das ist es, jetzt ist alles klar. Wir müssen jetzt raus, unter die Menschen und aller Welt von Jesus Leben und Sterben, und seiner Auferstehung erzählen. Und jetzt verstehe ich auch alles andere. So wie Gott uns eben mit dem Heiligen Geist getauft hat, so werden wir die Menschen, die sich zu Jesus bekennen, mit Wasser taufen“. Wie von Geisterhand öffnete sich die Haustür und die Jünger stürmten aus dem Haus und los zum Marktplatz. Na ja, ganz ehrlich, so ganz verstand ich ihre Aufregung jetzt ja nun nicht. Mich hat ja nichts und niemand getauft, vielleicht wüsste ich sonst besser Bescheid. Aber wisst ihr was, ich finde das auch nicht so schlimm. Meinen Jesus, den habe ich ja ganz fest in meinem Herzen. Und nach all dem, was ich die letzten Wochen erlebt habe, bin ich ganz sicher, dass ich ihn einmal wieder sehen werde. Und ganz egal, wann das sein wird, ich weiß ja das Wichtigste, dass wir uns lieb haben. Und das hält bis in alle Ewigkeit. Das habe ich jetzt kapiert. Mal sehen, vielleicht besuche ich noch ab und an den Petrus und schaue, was er noch so alles erlebt. Für mich ist jetzt jedenfalls die Geschichte mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist erstmal zu Ende. Toll, dass ihr mir bis hierher zugehört habt. Und ich wünsche euch noch viele tolle und spannende und richtig gute Geschichten in eurem Leben!

Euer kleiner Spatz.
(Erzählung von Anna Wittenberg)

Heiliger Geist, Du schenkst uns Kraft und Zuversicht. Du steckst uns an mit Deiner Liebe. Du kannst uns und unsere Mitmenschen verändern.
Komm, Heiliger Geist, in unsere Welt und in unser Leben.
Komm zu allen, die im Streit miteinander sind. Zeige Du ihnen und uns allen Wege der Versöhnung.
Komm zu allen, die einsam sind oder traurig. Lass sie Deine Nähe spüren.
Komm zu allen, die verzweifelt sind und in diesen Wochen voller Sorge in die Zukunft sehen. Schenke Du ihnen Lebensmut.
Komm zu allen, die ihren Mitmenschen in ihrer Not helfen. Bestärke Du sie in ihrem Tun.
Komm zu allen, die durch die Corona- Pandemie besonders leiden - leben sie hier oder anderswo . Stelle ihnen Mitmenschen zur Seite, die ihnen beistehen und die ihnen gerade jetzt nahe sind.
Komm auch zu uns und erneuere das Miteinander in unseren Familien und unseren Freundschaften. Festige uns in der Liebe, die jede Beziehungen braucht.
Komm, Heiliger Geist, zu uns in Deine Kirche. Gib uns den Mut, Dir zu vertrauen. Hilf uns als Gemeinde , auch in diesen Zeiten offen und achtsam und füreinander da zu sein.

Lied

Der Audio-Clip lädt zum Mitsingen ein.

Ref: Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist. Atem Gottes komm!
1. Komm du Geist, durchdringe uns, komm du Geist, kehr bei uns ein. Komm du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich.
Refrain
2. Komm du Geist, der Heiligkeit, komm du Geist der Wahrheit. Komm du Geist der Liebe, wir ersehnen dich.
Refrain
3. Komm du Geist, mach du uns eins. Komm du Geist erfülle uns. Komm du Geist und mach uns eins, wir ersehnen Dich.

#Lebenszeichen

Liebe Familien!

Das katholische Bistum Magdeburg hat die Idee ins Leben gerufen, durch das Pflanzen kleiner Weidenbäume Lebenszeichen zu setzen. So ist die Aktion "#Lebenszeichen #inkontaktbleiben"  entstanden, die wir unterstützen. http://www.familie-lokal.de/themen_lebenkunst.html. Auch bei uns fand die Aktion Anklang. Die Bäume können zum Hoffnungszeichen dafür werden, dass Gott unser Leben hält.
Setzen Sie #Lebenszeichen! Laden Sie zum Mitmachen ein!


Herzlichkeit und Gebet - Einige Gedanken

Liebe Freunde unserer Gemeinden!

In diesen Wochen können wir richtig Gutes tun: Menschen schützen. Wir können Teil einer „Welle der Aufmerksamkeit“ sein, einer Welle der „Herzlichkeit und des Gebets“!

So vieles, das für uns ganz normal und womöglich ans Herz gewachsen ist, geht nicht mehr. Fragen tauchen auf: Was ist jetzt wichtig? Was ist überhaupt wichtig? Wo finden wir die Quellen, aus denen wir für unser inneres Leben schöpfen können? Nie kannten wir ein so enormes, unausweichliches „Fasten“!

Was bedeutet das für uns? Nehmen wir uns – so gut es geht – Zeit für das eigene Gebet, selbst wenn es kurz ist. Die Stille vor Gott beginnt uns zu tragen. Wagen wir es, ihm alles anzuvertrauen, die Mitmenschen, uns selbst, alles. Kann man das denn so einfach? Ja, es gilt nur, es zu versuchen.

Die Gottesdienste in Magdeburger Kirchen sind ausgesetzt. Viele werden den Gottesdienst am Fernseher mitfeiern. Die Gottesdienste der Magdeburger Domgemeinde werden ohne Gemeinde in Bild und Ton sonntags ab 10 Uhr zu sehen und zu hören sein (Live-Stream und Mediathek www.ok-magdeburg.de).

Christen in Magdeburg werden sich beim Glockengeläut zum Gebet über die ganze Stadt hin verbinden. Die Kirchen im Kirchspiel sind zur Gottesdienstzeit (mit strengen Auflagen) geöffnet. Wer sich nach einer Zeit der Stille dort sehnt, ist willkommen! Wer zu Hause bleiben kann, tue es bitte.

Wer nun unerwartet Zeit hat, kann irgendwie helfen. Längst haben viele damit begonnen! In unseren Gemeindebüros wollen wir Netzwerke der Hilfe von Mensch zu Mensch knüpfen helfen – kontaktieren Sie uns!

Denken wir auch daran, einfach mal jemand anzurufen und Zeit zu schenken – vielleicht gerade zu einem Zeitpunkt, wenn man sich sonst normalerweise getroffen hätte? Warum sollten wir nicht gerade jetzt Freude wecken und das Verständnis füreinander fördern?

Wir brauchen Stützen für den sozialen Zusammenhalt und für unser seelisches Immunsystem. Wir lernen neu die Schätze des geistlichen Lebens wertzuschätzen. Herzlichkeit und Gebet! „Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht Gott stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.“

Als Jesus einst in einer öden Gegend ca. 5000 Menschen vor sich hatte und seine Jünger nicht wussten, wie man eine so riesige Menge satt bekommen sollte, sagte er ihnen schlicht: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Sie taten dann nur das Selbstverständliche: das bisschen Brot, das sie hatten, zu teilen. Den Rest besorgte der Herr – wir wissen nicht wie. Aber es geschah!

Können wir nicht daran anknüpfen, jede und jeder mit den jeweils zur Verfügung stehenden Möglichkeiten? Darauf wird Gott seinen Segen legen.

Leben wir jetzt intensiver?

Vor einigen Tagen fragten wir uns: Was bedeuten diese großen Einschränkungen, dieses über uns gekommene, außergewöhnliche Fasten durch die Corona-Pandemie für uns? Und wenn wir uns jetzt in unsere vier Wände zurückziehen müssen, wie gelingt es, dabei nicht sozial zu verarmen?

Die erste Frage bezieht sich auf unser Gebet: Worauf will Gott unsere Aufmerksamkeit lenken? Wo liegt es ihm am Herzen, unsere Haltung oder unser Handeln zu verändern? Welche Entscheidungen können in diesen Wochen, die so anders sind, in uns heranreifen?

Zur zweiten Frage schrieb jemand: „Verzichte müssen nicht unbedingt Verluste bedeuten“. Denn selbst ein so großer, unfreiwilliger Verzicht kann uns wahrnehmungsfähiger machen. Im Moment erwacht in vielen das Bedürfnis, jemandem beizustehen, Frère Roger hätte es einen „Frühling des Herzens“ genannt. Lässt diese Zeit uns sozial ärmer werden? Es gibt Augenblicke, in denen wir jetzt sogar intensiver leben!

Wie unterschiedlich trifft diese Krise die Menschen! Manche haben plötzlich viel Zeit. Anderen bricht ihre wirtschaftliche Existenz weg. Das Gleichgewicht von Familie und Beruf muss neu gefunden werden. Wie können wir einander besser verstehen?

Wir haben Angst um die Ältesten in unseren Familien. Manche von ihnen sind seltsamerweise gelassener als wir. Haben sie schon tiefer verinnerlicht, dass kein Mensch seiner Sterblichkeit davonlaufen kann? Was können wir gewinnen, wenn wir diese Ahnung an uns heranlassen?

Unsere Gesellschaft tut mitunter so, als hielte sie einen Vertrag mit der Ewigkeit unseres jetzigen Daseins in der Hand. Was, wenn hinter der Gefährdung dieser „Welt des schönen Scheins“ eine andere, tiefere Schönheit aufleuchtete?

Jesus hat es mit fast herben Worten zum Ausdruck gebracht: „Wer sein Leben festhält, wird es verlieren. Wer es aber hingibt, wird es gewinnen“. Sich selbst verglich er mit einem Weizenkorn, das in die Erde gesät wird, und fügte hinzu: „Wenn es stirbt, dann bringt es reiche Frucht!“ Eine so vollkommen freie Liebe kann unser tiefstes Staunen wecken.

Gebet und Herzlichkeit können in diesen verrückten Zeiten ein Kompass sein und uns unseren Lebensstil überdenken lassen. Statt der ausgefallenen Flugreise zu Ostern macht man vielleicht einen Spaziergang durch die Gärten und lässt sich von der Sonne wärmen. Airlines stellen den Verkehr ein. Die Natur atmet auf! Geht das eigentlich auch ohne Pandemie? Gibt es vielleicht etwas, das bei uns veränderungswürdig ist?

Wie einen neuen Lebensstil finden?

Die Corona-Krise hat ungewollt unseren Lebensstil verändert. Das zehrt mitunter an den Nerven. Wann wird es endlich wieder so sein wie vorher? Die Antwort lautet: wohl nie. Wir werden verändert aus der Krise hervorgehen. Erschrecken wir davor? Oder begreifen wir sie als Chance, auf einer tieferen Ebene unseres Daseins aus ihr zu lernen? Vielleicht braucht das ja noch Zeit …

In der biblischen Tradition sind Krisen bzw. Katastrophen immer ein Anlass zum Umdenken gewesen. Das spüren wir heute auch. Was haben wir falsch gemacht? Worauf will Gott unseren Blick richten? Müssen wir nicht grundlegend unseren Lebensstil ändern? Die Bibel nennt es „Umkehr“ bzw. „Buße“. Dass „Besserung“ möglich ist, eine zweite Chance, ist die Hoffnung der Bibel.

Wir sind dünnhäutiger geworden und spüren mit Unruhe in der Tiefe: unser Leben haben wir nicht in der Hand. Liegt darin aber nicht auch ein Segen? Als Macher in der Welt sind wir enorm weit vorangekommen. Aber das kann nicht alles sein angesichts der Wüsten, die wir mit unserer Art zu leben hinterlassen. Ist das Leben nicht eine einzigartige Gabe für eine – hoffentlich gesegnete – Zeitlang?

Nun gehen wir auf den Karfreitag zu, ohne Familienfeiern zu Ostern, ohne Reisen. Alles wird bescheidener und stiller sein. Ist das schlimm? Ein junger Arzt in einer italienischen Corona-Station, Atheist,  schrieb vor kurzem: „Ich möchte meinen letzten Atemzug erst machen, nachdem ich anderen geholfen habe. Ich bin froh, zu Gott zurückgekehrt zu sein, während ich vom Leiden und Tod meiner Mitmenschen umgeben bin.“ Ohne es im Voraus zu wissen, war er dem Weg Jesu gefolgt.

Wieder werden zur Gottesdienstzeit unsere Kirchen zum stillen Gebet geöffnet sein. Wenn am Karfreitag die Glocken läuten, können wir für uns die Worte Jesu am Kreuz hören und meditieren: „Vater, in deine Hände lege ich mein Leben.“ In der Osternacht ist ab 22 Uhr die Pauluskirche offen. Denn es war in der Tiefe der Nacht, dass Jesus aus dem Grab als Sieger hervorging. Kerzen werden entzündet sein, um mit Christus die Kraft des österlichen Lebens zu erwarten. Das Geläut wird es in die Stille der Nacht hinein verkünden.

Als Jesus nach Jerusalem kam, nahmen die Menschen Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: "Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!". Gehören wir zu den Menschen, die ihn so erwarten?

Werden wir aus dieser österlichen Zeit verändert hervorgehen?
Könnten Herzlichkeit und Gebet unseren Lebensstil verändern …

Und er ist doch auferstanden!

Neulich, noch ganz am Beginn der Krise in unserem Land spürten wir einen „Frühling der Mitmenschlichkeit“. Jetzt, da die ersten Verbote zurückgenommen werden, rebelliert in uns der brennende Wunsch, sich wieder zu treffen, die Kinder mit ihren Freunden spielen zu sehen, einen gesellschaftlichen Frühling durch die Stadt wehen zu lassen. Brechen die Knospen auf, hat es die Geduld schwer, die wir ja doch noch brauchen für uns, unsere Kinder, den eigenen Betrieb, für die schlichte Normalität.

Aber was sind das für Wochen? Ein Freund, der sich kaum vorstellen konnte, die Karwoche und die Ostertage ganz still durchleben zu müssen, erzählt, wie intensiv er durch die Dunkelheit des Karfreitags ging und mit dem Osterfest auflebte. Uns kamen die Worte in den Sinn: „Wach auf, der du schläfst, steh auf von den Toten, und Christus wird dir leuchten.“ Zum ersten Mal in seinem Leben hatte ihn das Gefühl ergriffen, letztlich nicht allein zu sein, Christus war in sein Leben getreten, der Gute Hirte! Wenn die Dunkelheit wiederkommt, weiß man das. Ein anderer Freund hat Ostereier mit den Worten bemalt: „Ich bin da! Du sollst leben!“

Wir erzählen plötzlich ungenierter vom Glauben, singen im Freien vom Leben, pflanzen Weidenbäume, pflegen das Bibelgespräch via Skype, entdecken, dass es nicht nur in der Ferne schön ist … und ja: leben trotz neuer Anstrengungen des Alltags mitunter irgendwie intensiver. Und unsere Kirchen sind offen, so oft wie nie! Sagen wir es deutlich: Gehen wir doch hinein! Es sind Kraftorte. Was ist dort ansteckend? Es ist die Stille, das Geheimnis, das Gott ist, in uns und um uns herum, selbst wenn er weit entfernt scheint.

Was sind das für Wochen? Tiefer ins Gebet zu gehen, bewusster das Leben als Geschenk wahrzunehmen, achtsamer zu sein, Pflegekräften zu danken, für mehr Gerechtigkeit zu brennen und für ein Aufatmen der Natur, einfacher zu leben, weil es schöner und leichter ist, die Mobilitätssucht in die Weite mit einem entschleunigten Wochenende und einem tieferen Lauschen zu tauschen, davon zu träumen, dass eine Gemeinde, die miteinander schweigt, weil es anders nicht geht, womöglich wieder erreichbarer und hörfähiger wird – ein „Frühling des Herzens?“

Was bleibt, ist weiterzugehen, Eltern mit ihren Kindern zur Seite zu stehen, Einsamkeit aufzuhellen und endlich wieder denen beistehen zu können, die im Heim das letzte Stück ihres Lebensweges verbringen! Denn am Ende soll nicht ein Virus siegen, selbst wenn es den Namen „Corona“ (Krone), trägt, sondern die Mitmenschlichkeit! Sie uns ins Herz zu legen, ist Christus extra von den Toten auferstanden.

Zwischen-Räume

Es ist in der Kirche noch ein seltsames Gefühl, so auf Abstand zu sitzen, als dürften wir einander nicht trauen. Atemschutz und die notwendigen Teilnehmerlisten tun ein Übriges. Manche möchten darüber lieber zu Hause bleiben. In Magdeburg haben wir gegenwärtig - Gott sei Dank! - niemand, der an Corona erkrankt ist. Aber in die Lücken zwischeneinander kriecht die Unruhe: Was wäre, wenn ...?

Wenn ein Brautpaar vor dem Traualtar steht, lade ich sie gern ein, sich einander gegenüber zu stellen, einander ganz in Ruhe wahrzunehmen. Man braucht Abstand, um einander zu sehen. Da stehen sie ziemlich genau anderthalb bis zwei Meter voneinander entfernt. Was ist in einem solchen Augen-Blick nicht alles zwischen ihnen! Da ist das Band der Liebe und zugleich ein unbetretbares Geheimnis.

Es ist letztlich das Geheimnis Gottes. Wir können Gottes Geist bitten, in den Abstand hineinzukommen, der nun einmal durch die Erfordernisse des Infektionsschutzes da ist. Die anderthalb bis zwei Meter machen die jeweilige Aura aus, die uns umgibt, unseren Atem-Raum, sie lassen uns unsere Verletzbarkeit und Schutzbedürftigkeit gewahr werden. Sie wecken Neugierde, Zuneigung und zugleich Respekt. Lassen wir Gott zwischen uns Platz, kann er uns inspirieren und im Spiel unserer jeweiligen Verschiedenheit etwas entstehen lassen, das uns tiefer verbindet!

GOTT lässt uns Raum, auch zwischen sich und uns: für unsere Entfaltungsmöglichkeiten, für Sehnsucht und für Träume. Niemals drängt er sich auf. Was uns wie ein unüberbrückbarer Abstand vorkommen mag, ist seine stille, flüsternde Gegenwart. In ihr entfalten sich unser Selbst-Bewusstsein und unser soziales Gewissen.

Im Evangelium wird von einem Hauptmann erzählt, dessen Laufbursche todkrank war, der ihm aber am Herzen lag (Lukas 7,1-10). Diesen römischen Offizier zeichnete aus, dass er der einheimischen jüdischen Bevölkerung und ihrem Glauben innerlich verbunden war. Er hatte sich für den Bau der örtlichen Synagoge eingesetzt, den Ort des gemeinsamen Gebets. Und er wahrte das jüdische „Abstandsgebot“, damit sich nicht jemand durch einen allzu familiären Kontakt mit ihm, dem Heiden und Soldaten, verunreinigte (… infizierte).

Ohne es zu verletzen, trat er in Kontakt mit Jesus. „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du unter mein Dach trittst …“ Nach der Erzählung des Lukas sind die beiden sich nicht persönlich begegnet! Und dennoch geschah das Ersehnt-Unerwartete! In einer überraschenden Analogie griff der Hauptmann auf seine militärischen Erfahrungen zurück: „… aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!“ Und eine Erwartung erfüllte den Zwischen-Raum zwischen ihm und Jesus.

Mitten in den Abstand, den wir spüren, tritt diese Bitte, dieses Gebet wie mit aufgehaltener, leerer Hand: „Aber sprich nur ein Wort ...“ Womit wird GOTT diesen Zwischen-Raum füllen? An dieser Stelle hält im Evangelium die Erzählung inne, man wartet auf ein solches Wort. Aber es bleibt still, als wolle die Erzählung absichtsvoll uns die Ohren öffnen für das, was zwischen Gott und uns geschehen kann.

„Der auferstandene Christus wohnt in deiner Seele. ‚Sein Reich ist in uns.‘ Lässt sich in dir eine Art innere Stimme vernehmen, ist diese Stimme Gebet. Mag auch dein Mund verschlossen bleiben, dein Herz lauscht still, weit geöffnet in Gottes Gegenwart ... Im einsamen Gebet hängt nicht viel davon ab, wie du redest …
Christus wendet sich auch durch Ereignisse an dich. Er schenkt eine Eingebung; sie steigt in dir auf und beschäftigt dich. Merkst du dir auch nur ein einziges Wort: Dieses eine Wort kann dir einen Weg auftun.“ (Frère Roger)

Die Erzählung endet damit, dass jener Hauptmann seinen Laufburschen gesund wiederbekam. Was trauen wir dem Wort zu, um das wir Gott bitten?
„Sprich nur ein Wort ...!“

Pfarrer Dr. Reinhard Simon


Gebet beim Glockenläuten

Der Klang der Magdeburger Glocken verbindet uns. Manche Kirchenglocken läuten täglich am Morgen und am Mittag, viele Glocken läuten um 18 Uhr. Dieses Läuten aın Tag (auch Angelusläuten genannt)  hat eine lange Tradition und lädt die Menschen ein, den Tageslauf zu unterbrechen und iın Gebet innezuhalten.

„Christen in Magdeburg“ (CiMD), die ökumenische Arbeitsgemeinschaft der Kirchen, lädt dazu ein, dieses Läuten in Zeiten der Herausforderung durch die Corona - Pandemie bewusst wahrzunehmen und innezuhalten. Das gilt auch sonntags, dann verbindet es uns in Zeiten, in denen wir derzeit nicht gemeinsam Gottesdienst feiern können.
Wenn Sie ein Glockengeläut hören:

  • Unterbrechen Sie Ihre Tätigkeit.
  • Halten Sie für einen Moment inne.
  • Hören Sie auf den Klang der Glocken.
  • Werden Sie innerlich still.

Sprechen oder singen Sie ein freies Gebet, einen Psalm, ein Vater unser oder ein anderes Gebet ihrer konfessionellen Tradition, z. B. den „Engel des Herrn“ (katholische Tradition).

Zwei weitere Gebetsvorsehläge:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag,
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
(Dietrich Bonhoeffer)

oder

Ich will dir danken, Gott (Stille)
Ich bitte dich für (Stille)
Das bewegt mich gerade (Stille)
Hilf mir, dass ich in meiner Ungewissheit und Sorge mein Vertrauen zu dir behalte.
Lass mich und die anderen besonnen bleiben.
Bewahre die Schwachen.
Sorge für die Kranken.
Sei bei allen, die sterben.
Beschütze alle, die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten,
die Kranke pflegen,
Eingeschlossene versorgen,
und sich darum bemühen, dass wir haben, was wir zum Leben brauchen.
Setz der Corona - Pandemie ein Ende. (Stille)


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